Schriftstellerin

"ich will nicht GELEBT-WERDEN"

Gedichte zu schreiben bedeutet für mich:
Jeden Tag wieder in den Abgrund zu schauen
in die Weite meines Ichs
Die Unergründlichkeit des Zusammenspiels von Körper
Geist und Seele anzunehmen
Es ist das Ausharren im Nebel von ungeordneten Gefühlen
Das Stück-für-Stück-Durchschauen und Zusammensetzen
der wiederkehrenden Gesetzmäßigkeiten
Es beinhaltet auch: die Kraft fürs Aufbegehren und
den Mut den eigenen Weg finden zu wollen
denn ich will nicht GELEBT-WERDEN
Es ist das Kämpfen um die Liebe zu mir selbst
und nicht zu verzweifeln an meinen Unzulänglichkeiten
                                                    
Mit meinen Gedichten will ich:
EMPORSTEIGEN
aus dem Sumpf des GELEBT-WERDENS
der Anpassung an die Mittelmäßigkeit
STANDHALTEN dem Sog des Alltags
MICH ENTREISSEN der Eintönigkeit
dem Vorherbestimmt-Sein

NUR das HEUTE leben

 

Gedichtetes
RAT ART edition
Neu-Ulm - 1992
vergriffen